CircArtive - Circusferien Bericht Osterfreizeit

Osterfreizeit 2018

10. Tag

Die Aufregung wächst, noch eine Nummer, dann bin ich dran. Ich blicke suchend umher. Hinter den wirbelnden Jongleuren kann ich im Publikum meine Mutter nicht entdecken. Wo kann sie nur sein? Sie hat fest versprochen, sich den Auftritt anzugucken, und schließlich muss sie ja auch kommen, um mich abzuholen. Hilfesuchend wende ich mich an die Betreuerin, die neben mir sitzt. "Kannst du raus gehen und gucken, wo meine Mutter ist? Vielleicht wartet sie mit dem Hund vor der Tür, weil sie nicht weiß, dass der auch mit rein darf". Bittend sehe ich sie an und nach kurzem Widerstand und einer Beschreibung meiner Mutter schleicht sie durch den Hintereingang aus dem Circushaus.

Schließlich muss ich hinter die Bühne, ich habe die Hoffnung schon fast aufgegeben, da erscheint die Betreuerin wieder. Sie grinst mich an. "Deine Mutter ist da. Sie ist so spät, weil das Navi sie nach Geschwend im Algäu gelotst hat." Mir fällt ein Stein vom Herzen. Da kündigt Sven uns auch schon an und ich betrete die Bühne. Da, direkt neben dem Eingang sitzt meine Mutter mit meinem kleinen Bruder auf dem Arm und lächelt mir zu. Jetzt kann ich ihr endlich zeigen, was ich hier gelernt habe.

Der Auftritt ist vorbei, die Eltern wurden raus geschickt, damit wir uns verabschieden können. Die ersten Tränen fließen, als wir zusammen das Abschlusslied singen, obwohl es darin heißt "wir können keine Tränen sehn". "Ich werde dich vermissen", sage ich zu Hannah und meine es auch so, denn in den zehn Tagen, die wir uns nur kennen, sind wir gute Freundinnen geworden. Wir haben Nummern ausgetauscht und uns gegenseitig versichert zu versuchen, unsere Eltern davon zu überzeugen, dass wir beide zum Sommercamp kommen dürfen. Als wir schließlich nach Hause fahren und zwischen den Gehegen den Hügel hochfahren, schleicht sich ein Gefühl von Heimweh in mein Herz. Heimweh nach dem Circus. Aber ich freue mich auch, nach Hause zu kommen und meine Freunde und Familie wieder zu sehen. Das letzte, was ich im Rückspiegel sehe, ist Trillitur, um die ich mich die Freizeit über gekümmert habe, die uns nachblickt. Dann verschwindet Pimparello hinter dem Hügel.

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